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Körper
Letztens unterhalte ich mich mit einem Mann.
Ja, kommt schon mal vor.
Wir reden über Gesundheit. Nach wenigen Worten outet er sich als Quantenresonanzberater.
Klingt Kompliziert.

Ich lasse mir seine Funktion erklären.
Während er spricht, stelle ich mir in Gedanken eine eigene Definition zur Verfügung: Dieser Berater überprüft, ob im Körper alles okay ist. Dazu unterstützt ihn ein Gerät, welches die Werte zu Vitaminen, Organen und was da noch alles im Körper rumfliegt, aufzeigt. Mit dieser Methode können Mangelzustände aufgedeckt werden.

Mein Fazit: Er setzt sich intensiv mit der Gesundheit des Menschen auseinander.
Doch ich muss zugeben, das Quantendings klingt ziemlich cool.

Unser Gespräch biegt in das Thema «Zellen» ein. Zellen sind winzige Teilchen im menschlichen Körper.
Sofort denke ich an die liebevoll gezeichneten Kreise mit lachendem Gesicht, wie sie im Buch «Grundlos erschöpft» abgebildet sind.
Niedlich, wie sie da aus der Wäsche grinsen. Ich überlege kurz, ob die Zellen überhaupt Wäsche tragen und bemühe mich, nicht in einen ähnlichen Gesichtsausdruck zu verfallen.

Ich schaff’s sogar.
Und kann dem Gespräch wieder aufmerksam folgen.

Munter frage ich drauflos.
Schliesslich möchte ich mehr über die Hobbys meiner grinsenden Zellen erfahren.

Er teilt sein Wissen mit mir.
Jeder Mensch hat 100 Billionen Zellen. Pro Sekunde stirbt eine grosse Anzahl, in der Regel werden jedoch gleich viel wieder gebildet. 
Hundert Billionen!!
Ich weiss ja nicht. In Mathematik bin ich nicht sonderlich der Hirsch, doch ein Taschenrechner reicht da nicht mehr aus.
Zwei vermutlich auch nicht.

Hundert Billionen!
Bääm!
Ich stelle mir vor, wie mich hundert Billionen Gesichter von innen angrinsen… Wenn das mal nicht eine Wucht ist!

Jetzt formen sich meine Mundwinkel doch noch zu einem Lächeln.
Der Berater erzählt weiter.
Es folgt ein sogenannter Crashkurs.

Die Zellen sind immer in Bewegung. Durch die Bewegung senden sie elektromagnetische Wellen aus. Durch diese Wellen können sie sogar miteinander kommunizieren, sie hören sich durch Resonanz. 
Die Zellen hören alles, was ich sage.
Über andere und über mich. 
Sie fühlen, was ich denke.
Bekommen mit, wenn sich für mich etwas nicht stimmig anfühlt.
Selbstgespräche.
Diskussionen.
Träume.
Bedürfnisse.
Whatsapp-Nachrichten. 

Sie sind immer dabei. Bei der Arbeit.
Im Alpstein.
Beim Schlafsack einkaufen.
Beim Pflanzen giessen. 
Auf Instagram.
Sie werden ungefragt durch Vanilla Cola ertränkt und kennen meine Vorliebe für grüne Bohnen. Die Zellen hüpfen sogar auf dem Trampolin einfach mit.

Moment mal.
Die Zellen wissen ja alles über mich!

Irgendwie stellt sich das Gefühl ein, ertappt zu werden.
Wenn die Zellen miteinander reden, dann stecken sie sich ja gegenseitig mit ihrer Laune an.
Gruppendynamik und so.

Jetzt ist es raus – meine Zellen sind absolute Tratschtanten!
Für ihr Hobby brauchen sie nicht mal ein iPhone 8 dafür.

Ich schweife ab.
Noch immer befinde ich mich mitten im Gespräch, der Berater fährt auf Hochtouren auf.

«Der lebenswichtige Aufbauprozess im Körper ist der Zellstoffwechselprozess. Der Stoffwechsel der Zellen erfolgt durch Ionenaustausch infolge positiver und negativer Polung der Zellmembran. Der Stoffwechsel hat Einfluss auf Müdigkeit. Und vor allem wird der Mangel an Vitamin unterschätzt.», erzählt er.
«Wie meinst du das genau?», will ich wissen.
Ich erkläre ihm, dass mich der Zusammenhang mit der Psyche enorm interessiert.
«Vitamine liefern keine Energie, sie sind für den Stoffwechsel jedoch sehr wichtig. Es ist so, dass wir uns mit ausgewogenen Vitaminen besser und unternehmenslustiger fühlen. Ein Mangel an Vitaminen kann krank machen.», sagt er.

Äusserst spannend.

«Also kann ein Mangel zu einer depressiven Verstimmung beitragen?», hacke ich nach.
«Sagen wir so: Sehr viele Körperprozesse werden durch Vitamine beeinflusst. Fehlende Vitamine machen Schmerzen und daraus können Krankheiten resultieren», klärt er mich auf.

Sofort denke ich an die Brausetabletten im Supermarkt. Von Vitamin C bis Magnesium. Die chemisch riechenden Dinger in Geschmacksrichtung Zitrone oder Orange.
Bäh.
Die Teiler haben meinen Geschmacksnerv definitiv verfehlt. Trotzdem will ich wissen, was er zu meinen Gedanken meint.

«Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für gesundes Essen! Diese sind nur einzunehmen, wenn man es über die Nahrung nicht vollständig zuführen kann.»
«Wie kriege ich raus, ob ich genug Vitamine habe?»
«Ein Bluttest beim Arzt. Oder ein Termin beim Quantenresonanz-Berater», er lächelt mich dabei äusserst freundlich und verhältnismässig lange an.
Durchaus ein geeigneter Zeitpunkt.
Ich mache einen Termin bei ihm aus.

Zuhause lasse ich mir das Gehörte nochmals durch den Kopf gehen.
Oder vielmehr durch die Zellen.
Denn selbst wenn ich diesen Artikel schreibe, schauen mir hundert Billionen Zellen über die Schulter.
Krass, dieses beeindruckende Grüppchen in mir drin!

Ich entscheide, welche Richtung ich für die vielen kleinen Lebewesen ansteuern möchte.
Schlechte Gedanken + schlechte Gefühle = träge Zellen
Gute Gedanken + gute Gefühle = motivierte Zellen
Natürlich gibt es noch ganz ganz viele weitere Faktoren, die zu traurigen oder jubelnden Zellen führen. Das hier ist ganz vereinfacht ausgedrückt.

Und erinnere mich daran, wie wichtig Obst und Gemüse sind.
Fünf pro Tag.
Wie es auf den Bohnenbüchsen steht.
Ich verhalte mich also bereits äusserst vorbildlich.

Die Tratschtanten und Tratschonkels hören mit. Es lohnt sich aus dieser Sichtweise enorm zu überlegen, welchen Lebensstil wir mit unserem Denken und Handeln einschlagen möchten.

In diesem Sinne
Bleiben wir dran – es lohnt sich!

Noémie
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