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Allgemein
Eigentlich wollte ich nur Kamillentee kaufen. 
Jetzt werde ich von Reizen überflutet. Und stehe vor dem Gemüseregal, weshalb auch immer. 

Samstags einzukaufen ist wohl nicht die beste Idee, obwohl es diesmal herzlich wenig mit dem Wochentag zu tun hat. Etwas verloren stehe ich vor dem Suppengemüse und starre die Sellerieknollen an, als würden sie mich ausserordentlich stark interessieren. keep reading
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Sport
Hügel können sehr sympathisch sein, vor allem die Exemplare im Appenzellerland.
Aber morgens um acht in der Luxuskombi mit meinem Vorhaben, bin ich mir da nicht mehr ganz so sicher.

In Laufklamotten stemme ich meine Hände in die Hüfte und betrachte den steilen Hang vor mir. Die Frage drängt sich auf, was ich hier eigentlich mache.
Ganz schwach mag ich mich daran erinnern, mich freiwillig für das heutige Training entschieden zu haben. Denn in sieben Wochen findet mein erster Berglauf statt. keep reading
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Allgemein
«Noémie, es ist okay, auch mal einen ganzen Sonntag im Bett zu verbringen», sagte mal eine Psychologin zu mir.
Damals steckte ich in der eindrücklichen Phase, in der ich überzeugt war, vierundzwanzig Stunden am Tag produktiv sein zu müssen.
Jetzt erinnere ich mich an ihre Worte, aber nicht nur, weil tatsächlich Sonntag ist. Sondern weil ich zwölf Stunden geschlafen habe – einfach so!

Es war nicht mal in meiner Agenda eingetragen.. Wahnsinn!
Normalerweise kriege ich das nicht mal mit vierzig Grad Fieber hin.
Ok, heute ist nicht normal.
Denn ich fühle mich noch immer etwas neben der Spur. keep reading
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Allgemein
Kurz vor Mitternacht.
Die Welt ist ein düsterer Ort und ich bin da, wo es stockdunkel ist.
Fehlt eigentlich nur noch die dramatische Melodie, wie im Horrorfilm.

Trotzdem muss ich die Dramatik unterbrechen – ich befinde mich nicht alleine im Wald. 
Sondern in meiner Wohnung.
Und suche halbdösend mit der Taschenlampe-App meines Handys nach dem Sicherungskasten.
Es hat einen Kurschluss gegeben, was die ungewollte Finsternis erklärt.
keep reading
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Allgemein
«Gehst du bitte noch ein bisschen weiter nach links?», ruft mir meine Mutter zu.
Sie blickt hinter ihrem Smartphone hervor, während sie eine wedelnde Handbewegung macht.
Sie ist gerade dabei, ein Foto zu schiessen.

Ich blicke nach links. Der Weg führt hinter einen Hügel, also verschwinde ich von ihrer Bildfläche.
Wortwörtlich.

Durchaus eine charmante Botschaft.
Ich grinse und schüttle liebevoll den Kopf, während ich mich in die gewünschte Richtung begebe. keep reading
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Interview
September 2017.
Alles beginnt mit Google.

«Blog psychische Gesundheit» tippe ich elegant in die Tastatur.

Motiviert scrolle ich durch die Ergebnisse.
Als frisch gebackene Bloggerin.
Naja, frischgebacken.. wohl eher tiefgekühlt. Schliesslich habe ich meine ersten zwei Beiträge auf meiner Seite hochgeladen – und noch niemandem davon berichtet.
Trotzdem tue ich so, als wäre ich eine Bloggerin.
Fühlt sich toll an. keep reading
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Interview
…sagt Katharina (30) im Interview. Gemeinsam mit ihrem Mann Georg (32) berichtet sie offen und persönlich über den gemeinsamen Weg in ein schlankes Leben.

Im Januar 2017 entscheidet sich Georg für eine Magenbypass-Operation, vier Monate später wird die Operation auch bei Katharina durchgeführt. Bisher haben sie zusammen 99 kg abgenommen. Das Ehepaar ist seit fast fünf Jahren verheiratet und wohnt in Wittenbach, St.Gallen.

Welche Hürden mussten sie bewältigen?
Und wie meistern sie ihr Leben heute?
Die Antworten findest du im folgenden Interview – viel Vergnügen beim Lesen!

Eine einleitende Frage zum Verständnis: Was genau ist eine Magenbypass-Operation in kurzen Sätzen?

In kurzen Sätzen ist es schwer zu beschreiben, weil es nicht nur eine Magenverkleinerung ist. Der Magen wird zerschnitten, so dass nur noch ein kleiner Teil als eigentlicher Magen verbleibt. Man hat also sehr schnell genug. Der restliche Magen bleibt aber im Körper und wird nicht entfernt. Man hat quasi einen kleinen Magen in Betrieb und einen Restmagen, der nur so rumhängt, aber Magensäure produziert. Weil das nun aber zwei Mägen sind, muss der Darmzugang verändert werden. Es sind beide Mägen mit dem Darm verbunden.

Wie kam es zu der definitiven Entscheidung, eine Magenoperation machen zu lassen?

Georg: Bei mir wurde im Sommer 2016 festgestellt, dass ich eine Herzwandverdickung habe. Um mein Herz zu entlasten, wurde mir empfohlen, so schnell wie möglich an Gewicht zu verlieren. Dazu kam, dass ich vermutlich bald Diabetes bekommen hätte.
Mit den Ärzten wurden verschiedene Möglichkeiten besprochen. Nachdem ich an einen Facharzt für Adipositas überwiesen wurde, war schnell klar, dass eine Operation die grössten Erfolgschancen für mich hätte.
Die Vorbereitungszeit ist intensiv, man muss sich lange damit auseinander setzen. Aber ich habe die Chancen und Risiken abgewogen und mich dann für die Operation entschieden.

Katharina: Ich kämpfe schon über zehn Jahre mit Übergewicht und habe schon diverse Sachen ausprobiert, war schon drei Mal in der Ernährungsberatung, habe Kalorien gezählt, viel Sport gemacht. Letztlich habe ich aber in den letzten zehn Jahren dennoch über 10 kg zugenommen.
Auch nachdem Georg die Empfehlung erhalten hatte, die OP zu machen, habe ich das als „den einfachen Weg“ zuerst vehement abgelehnt.

Wie er sagt, war die Vorbereitung auf die OP intensiv. Drei Monate hat man fast wöchentlich Termine, in denen es nur um die OP geht. Man wird darüber informiert, was gemacht wird, wie sich dies auf das Leben auswirken kann, worauf man danach achten muss, man ist beim Psychiater und noch vieles mehr.
Ich habe versucht, Georg so gut es geht zu unterstützen und habe mich mit vielen Themen selbst intensiv auseinandergesetzt.
Nach zwei Monaten habe ich mich gefragt: Warum mache ich das eigentlich nicht auch? Und mir fielen keine Argumente ein. Ich musste mir eingestehen, dass ich auf konservativem Weg nur erreicht habe, nicht noch mehr zuzunehmen. Auch musste ich mir eingestehen, dass ich gescheitert bin, dass ich, wenn ich eine normale Zukunft haben möchte, eine schlanke Zukunft, einen anderen Weg finden muss.

Darüber hinaus bin ich auch an den Punkt gekommen, an dem ich mir eingestehen musste, dass Adipositas bei unserem BMI eine chronische Krankheit darstellt. Leute, die sich damit auseinandersetzen, können erkennen, dass nur „weniger Essen und mehr Sport“ eben nicht immer reicht. Bei einer Depression sagt man heute auch nicht mehr, dass „mehr Sonne und Bewegung an der frischen Luft“ die Lösung ist. Deshalb habe ich mich im Dezember 2016 entschlossen, die OP zu machen.

Welche Herausforderungen musstet ihr in eurem «neuen» Lebensabschnitt bewältigen?

Langsames Essen war eine Herausforderung. Aber auch die Augen mussten lernen, wie viel Essen man essen kann, also dass man eben nicht zu viel Lebensmittel auf dem Teller hat. Versuchen zu spüren, ob man satt ist, war eine andere Herausforderung.

Inwiefern hat euch die Operation verändert?

Georg: Ich habe wieder angefangen, Eishockey zu spielen und fahre Inlineskates.

Katharina: Ich finde, wir sind wieder unternehmungslustiger geworden, gehen mehr nach draussen. Ich persönlich finde auch, dass ich viel mehr Energie habe und viel seltener erschöpft bin im Vergleich zu früher.

Wie hat euer Umfeld auf die Veränderungen reagiert?

Georg: Eigentlich durchwegs positiv. Ich wurde allerdings auch gefragt, ob ich krank sei, weil ich so schnell abgenommen habe.

Katharina: Bei mir eigentlich auch. Besonders meine Familie, in der viele auch Gewichtsprobleme haben oder hatten, war viel Unterstützung da.
Meine Mutter war besonders herzig: Nachdem ich ihr meine Beweggründe erklärt hatte, meinte sie: Ja dann mach es, dann kannst Du es geniessen, solange du noch jung bist. Das hat mir sehr viel bedeutet.

Es gibt auch einige kritische Stimmen in der Gesellschaft, die Leute mit einer Magenbypass-Operation als faul stigmatisieren. Was denkt ihr darüber?

Georg: Wenn man bedenkt, dass Übergewicht eine Krankheit ist, hat es nichts mehr mit Bequemlichkeit zu tun.

Katharina: Ich denke auch. Die OP bzw. das Leben danach beinhaltet eine grosse Umstellung. Ich gebe aber zu, dass wenn der Leidensdruck des Übergewichts gross ist, nimmt man dies alles gerne in Kauf.
Es fallen nach der OP viele „Probleme“ weg und wenn man andere Einschränkungen nicht als Probleme sieht, fühlt es sich eben einfach an. Beispielsweise hat es mich vor der OP jeweils viel Energie gekostet, aufzuhören zu essen, wenn ich genug hatte. Wenn ich jetzt zu viel esse, bekomme ich starke Bauchschmerzen. Es fällt mir insgesamt aber einfach leichter, aufzuhören, wenn ich satt bin, ohne dass ich Bauchschmerzen bekomme.
So gesehen ist es einfach mit der OP.
Aber es gibt eben andere Einschränkungen.

Welche Dinge im Alltag fühlen sich heute leichter an, als vor der Operation?

Georg und Katharina: alles. Arbeiten, Hobbies, Sport, Einkaufen… einfach alles ist leichter.

Habt ihr drei Tipps, die ihr anderen Menschen, vorwiegend mit Übergewicht geben würdet?

1. Nicht aufgeben, einen Weg zu suchen, um ans Ziel zu kommen
2. Die Leute reden lassen, sie reden so oder so
3. Den eigenen Weg finden, nicht der eines anderen gehen

Habt ihr abschliessend ein Lebensmotto, welches ihr mit uns teilen wollt?

Georg: Mir haben folgende Zitate gut gefallen:
Erfolg heißt einmal mehr aufstehen, als hinfallen! (Winston Churchill)
Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

Katharina: Ich finde, das wichtigste ist, dass man ehrlich zu sich selbst ist. Wenn man sich seine Schwächen, aber auch seine Stärken ehrlich eingesteht, kommt man weiter.
Und die Freude am Leben soll man nicht vergessen, egal was ist!



Herzlichen Dank für das berührende Interview und eure Offenheit! 
Katharina und Georg sind meiner Meinung nach wunderbare Vorbilder, wie man sein Leben ändern kann.
Und das Ändern leben. 

In diesem Sinne
Bleib dran – es lohnt sich! 

Noémie
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